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Wandlung

  • Ich habe 400GB digitale Bilder.
  • 43GB digitaler Bilder liegen in meinem “Incoming” Verzeichnis.
  • 25.079 digitale Fotos habe ich 2009 geschossen.
  • 2008 waren es 13.038
  • 2007 waren es 1592
  • Meine Canon 5D hat 35.000 Auslösungen runter.
  • Mein Fotokatalog zeigt Fotosessions von 54 verschiedenen (zu 95% weiblichen) Personen auf.
  • 2009 habe ich 30 verschiedene Personen digital aufgenommen
  • Die letzten Monate über habe ich im Durschnitt 3500 Fotos pro Monat gemacht.
  • Investition in Fotografie der letzten 3 Jahre: Grob geschätzt 15.000 Euro
  • Gewinn aus Fotografie der letzten 3 Jahre: ca 500 Euro
  • Auf meinem Tisch liegen ca 20 neue Shootinganfragen, davon ist 1 aus meinem reinem Interesse.


Fotografie ist ein Hobby – ab und an überlege ich Fotografie als Beruf auszuüben. Ich bin selbständig im Webdesignbereich und bin froh über die Masse an momentan Projekten. Aus zeittechnischen Gründen könnte ich entweder Webdesign oder Fotografie als Beruf machen. Rein wissenstechnisch fühle ich mich noch nicht wirklich wohl Fotografie als reinen Beruf anzubieten. Wenn ich soetwas anstreben sollte, dann in einer Zeitspanne von 10 Jahren. Darum geht es hier aber gerade nicht …

… die letzte Shootings laufen wie folgt ab:

  • Jemand findet die Fotos von irgendjemanden den ich fotografiert habe toll und schreibt mich an
  • Es erfolgt eine Menge Aufklärungsarbeit und Kommunikation
  • Das “Model” kommt vorbei, oder man trifft sich irgendwo und macht Fotos
  • Man macht massig Fotos
  • Die Fotos werden in einer ca 3 stündigen Prozedur eingelesen, grob angeschaut und exportiert
  • Das “Model” bekommt die Bilder auf DVD

Danach melden sich entweder die Leute regelmässig und können gar nicht genug von Fotografie und neuen Fotos von sich bekommen, oder es erfolgt Schweigen. Selten bekommt man eine Rückmeldung über die gemachten Fotos.

Die im letzten Jahr gemachten Fotos sind fein säuberlich archiviert, allerdings habe ich mir bisher nie die Zeit genommen diese für *mich* einmal *richtig* durchzuschauen. Warum dies so ist kann ich (noch) gar nicht beantworten.

Ich habe einen gewissen fotografischen Wissensstand, allerdings habe ich seit Monaten das Gefühl das ich verstumpfe, mich nicht weiterentwickele. Jedes Shooting hat mir Spaß gemacht, aber letztendlich habe ich eine Menge Geld / Zeit investiert um mit (fast) leeren Händen dazustehen (und damit meine ich nicht materielle Sachen). Gewiß ist das eine, oder andere schöne/verwertbare Foto entstanden, aber ich merke wie ich immer weniger hinter den jetzigen Shootings eigentlich stehe.

Ich will weg von den ganzen Standardfotos die ich in den letzten Monaten gemacht habe, wieder hin zu wie Leute wirklich sind, ohne diese verstellen zu wollen. Ich möchte weg von Quantität und wieder hin zu Qualität – weniger Fotos mit mehr Inhalt machen. Ich möchte meine Fotos ganz in Ruhe auswerten können, ohne das mir direkt jemand in den Nacken sitzt. Ich möchte die Fotos wieder primär für mich machen.

Das gesagt muss ich mich wandeln, meine Einstellungen, meine bisherige Arbeitsweise. Ich muss mich ins kalte Wasser werfen und den Mut besitzen auch Leuten direkter zu sagen was ich möchte. Die meiste Angst habe ich vor der Ungewißheit wie Leute reagieren werden.

Momentan strebe ich an mich wieder mehr auf dem Feld von s/w, analoger Portraitfotografie zu bewegen, möglichst ohne Studioequipment. Von digitaler Fotografie bin ich keineswegs abgeneigt und werde diese auch weiterhin einsetzen und nutzen – allerdings muss mir da auch wieder mehr bewusst sehen sollte, als zu knippsen.

Ich hoffe das es mir gelingt einen eigenen Stil zu bekommen, dessen Ergebnis nicht wie die Bilder in einer breiten (digitalen) Masse wirken. Es gibt viele Fotografen und viele gleiche Ideen/Umsetzungen. Viele Sachen werden nur kopiert. Manchmal kommen gute Umsetzungen raus, größenteils langweilen diese einen. Ich war da, habe dies gemacht. Dies will ich nicht mehr.

Ich bedanke mich bei meinen bisherigen Models und würde mich freuen, das eine oder andere Gesicht mal für ein paar Fotos wiederzusehen – sofern man sich auf meine “neue” Art einlassen kann/möchte.

Die nächsten Woche werde ich erstmal primär mit meiner Webdesignarbeit verbringen. Fotografisch werde ich erst einmal mein Fotoarchiv durchwühlen und herauskristalisieren welche Dinge ich machen möchte, welche Sachen ich umsetzen möchte und welche Person ich wie (nochmals) fotografieren möchte. Ein paar Tage werde ich auch in der Dunkelkammer verbringen (nicht am Stück :D ), um die “neuen” Fotopapiere zu testen

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